Einsatzlösung: Private Cloud

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Public Cloud als Konkurrent zur Private Cloud

Die Entscheidung für eine Public oder Private Cloud muss sehr genau abgewogen werden. Die Wahl der öffentlichen Variante mag naheliegend sein. Sie kann sich jedoch letztendlich als kostspieliger herausstellen. Die Public Cloud soll effiziente Abläufe ermöglichen sowie skalierbar und zuverlässig sein, so ihr Versprechen. Doch mehr als einmal wurden in sie gesetzte Erwartungen nicht erfüllt. Das vorrangige Problem des Public Cloud Computing besteht in der Nutzung einer mit anderen geteilten Infrastruktur.

Die Folge: Sicherheitsprobleme und mögliche Beeinträchtigungen durch inkompatible Hardware von Dritten. Bei der Private Cloud hingegen behält ein Unternehmen die vollständige Kontrolle über eigens zugeteilte Ressourcen, die höhere Verlässlichkeit und Sicherheit bieten.

Was ist unter Private Cloud Computing genau zu verstehen?

Die Private Cloud ist vom Prinzip her eine interne Cloud-Infrastruktur, deren Nutzung allein durch eine cloud was tuneinzelne Organisation erfolgt oder deren Services lediglich für eine festgelegte Gruppe von Anwendern zugänglich sind. Das Private Cloud Computing erfordert ein Netzwerk mit Server-Hardware (vielfach zur Server-Virtualisierung), Datenspeicher und Verwaltungs-Tools. In den meisten Fällen erfolgen Bereitstellung und Administration der Private-Cloud-Ressourcen unternehmensintern. Es kann jedoch auch ein Managed Services Provider (MSP) als externer Dienstleister beauftragt werden, der die benötigte Infrastruktur in Form einer Virtual Private Cloud anbietet.

Bei einer im Jahr 2010 unter IT-Entscheidern durchgeführten IDC-Umfrage sollten Teilnehmer angeben, wie wahrscheinlich die Implementierung einer Private Cloud in ihrem Unternehmen sei. Die Mehrheit (57 Prozent) wählte mindestens den Wert „5“ auf einer bis „10“ reichenden Skala. Für eine Public Cloud konnten sich entsprechend nur 42 Prozent begeistern. Ein weiteres Ergebnis: 29 Prozent der Unternehmen setzten zum Zeitpunkt der Umfrage bereits eine Private Cloud ein oder planten deren Einführung. Für weitere 44 Prozent kam dieses Cloud-Modell zumindest in Betracht. Die Resultate belegen das rege Interesse am Thema Private Cloud und die grundlegend hohe Bereitschaft, die Technologie im Unternehmen einzusetzen.

Cloud-Option 1: Externe Festplatte an DSL-Router anschließen

 
  • Der Anschluss einer externen Festplatte per USB-Anschluss an Ihren DSL-Router ist im Grunde die billigste Cloud-Lösung, insofern Sie bereits einen geeigneten Router besitzen. Werfen Sie am besten einen Blick ins Handbuch, um sicherzugehen, dass sich Ihr Router und Ihre USB-Festplatte vertragen. Neben vielen Fritzbox-Modellen und denen anderer Hersteller, unterstützen auch die meisten von Providern bereitgestellten Router diese Funktion.
  • Wie Sie Ihren Router konfigurieren, zeigen wir Ihnen in diesem Praxistipp. Wie Sie Ihre Festplatte cloud serveram besten an Ihrem Router einrichten, sehen Sie am besten am Beispiel der Fritzbox. Sollte Ihre USB-Festplatte nicht von Ihrem Router erkannt werden, gibt es dafür verschiedene Lösungsansätze.
  • Da Ihre Internet-Verbindung alle 24 Stunden zwangsweise von Ihrem Provider getrennt wird und sich so auch die IP-Adresse ändert, mit der Sie auf Ihren angeschlossen Netzwerkspeicher zugreifen können, brauchen Sie eine sogenannte DynDNS oder eine entsprechende Alternative. Diese Dienste ermöglichen es, die wechselnde IP-Adresse Ihres Routers mit einer dauerhaften Domain zu verknüpfen. So bleibt Ihr Netzwerkspeicher stets erreichbar.
  • Der Fritzbox-Hersteller AVM bietet einen eigenen DynDNS-Dienst mit Namen „AVM MyFritz“ an. Wie Sie diesen auf Ihrer Fritzbox einrichten, zeigen wir Ihnen in diesem Praxistipp. Alternativ können Sie beispielsweise das kostenlose Angebot „selfHOST Free“ des sächsischen Providers selfHOST nutzen. Neben DynDNS gibt es andere, vergleichbare Dienste, die zum Teil ebenfalls kostenlos angeboten angeboten werden.

Cloud-Option 2: NAS ans Netz bringen

  •   Mit einer Netzwerkfestplatte (Network Attached Storage, kurz NAS) haben Sie eine ähnliche Lösung wie in Option 1 zur Hand, nur dass hier alles in einem Gerät kombiniert ist. Verschaffen Sie sich am besten zuallererst einen Überblick über die verschiedenen Hersteller und Angebote.
  • Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Festplatte nicht nur aus dem heimischen Netzwerk, sondern auch aus dem Internet ansprechbar ist. Diese Funktion wird häufig als „Web-Server“, „Web Access“, oder etwa „MyCloud“ aufgeführt. Dies schließt meist einen integrierten DynDNS-Dienst mit ein.
  • Das NAS können Sie ähnlich Ihrem Router über ein Browser-Interface oder eine spezielle, beigelegte Software konfigurieren. Wie Sie den NAS-Server genau einrichten, zeigen wir Ihnen in diesem Praxistipp.
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Cloud-Expertenlösung: Owncloud einrichten

  • Für Profis ist die frei verfügbare Software „Owncloud“ interessant: Vorausgesetzt Sie verfügen über einigermaßen gute Linux-Kenntnisse und wissen im Ansatz, wie man einen Web-Server einrichtet. Denn wer „Owncloud“ nutzen will, muss im Idealfall alles selbst in die Hand nehmen und manuell einrichten.
  • Dafür bietet die Software nicht nur den Zugriff auf persönliche Dateien und Dokumente, sondern synchronisiert auch Kalender-, Adressbuch- und Notizeinträge. Apps für Android und iOS halten Sie so unterwegs auf dem neuesten Stand. Wer es sich etwas einfacher machen will, dafür aber auf etwas Privatssphäre verzichtet, kann auch bei verschiedenen Anbietern (Übersicht) voreingestellte „Owncloud“-Server nutzen.
  • Starthilfe für die manuelle Konfiguration von „Owncloud“ finden Sie in diesem Guide.

Wie betreibe ich eine private Cloud?

Wer die Kontrolle über die eigenen Daten behalten möchte und sich nicht abhängig machten möchte von großen Unternehmen, die möglicherweise auch noch im Ausland sitzen, kann sich eine eigene Cloud anlegen. Es geht aber auch selbstbestimmter – mit einer privaten Cloud. Damit gemeint ist in der Regel eine Kombination von Hard- und Software, durch die man selbst zum Betreiber eines Cloud-Dienstes für die eigenen Daten werden kann. Benötigt werden dazu grundsätzlich drei Komponenten:

  • Ein Computer, der für Dauerbetrieb ausgelegt ist,
  • eine Software, die Cloud-Funktionen bereitstellen kann und
  • ein Internet-Anschluss, über den Uploads möglich sind.good and bad cloud

Inzwischen sind diverse Software-Lösungen für private Clouds verfügbar, auch als Open-Source-Software und kostenlos. Es befinden sich preisgünstige Endgeräte in Entwicklung, die fertig vorinstallierte Private-Cloud-Systeme darstellen und die man nur noch ans Internet anzuschließen braucht. „Freedom Box“ ist eine bekannte Initiative aus dem Umfeld der Free Software Foundation, die versucht eine solche Plug’n’Play-Software für die eigene Cloud zu entwickeln „Freedom Box“. Diese Systeme können vielerlei Cloud-Dienste bereitstellen, neben fernnutzbarem Speicher zum Beispiel auch Kalenderdienste, die übers Internet abfragbar sind.

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