Die Cloud Typen

Verschiedene Cloud Typen im Überblickpri pu hy

Bei der sog. Private Cloud wird die Cloud-Infrastruktur durch einen Anbieter für eine einzige Organisation bereitgestellt und entsprechend genutzt. Die Infrastruktur kann dabei durch die Organisation selbst betreut/genutzt werden und befindet sich im Eigentum derselben oder eines Dritten oder in einer Kombination, wobei die Technik innerhalb oder außerhalb des eigenen Gebäudes betrieben wird.

Private Cloud: Die In-House-Variante
Laut dem Cloud Monitor 2015 nutzen derzeit 39 Prozent der Unternehmen in Deutschland IT-Services aus einer Private Cloud (sh. Abbildung 2). Damit ist dieses Modell das mit Abstand beliebteste. „Private“ bedeutet, dass die unternehmenseigene IT-Abteilung die Cloud-Umgebung einrichtet, betreibt und exklusiv den Fachabteilungen des Unternehmens zur Verfügung stellt. Das heißt beispielsweise, eine Business-Lösung wird „on premise“, also auf Servern und Storage-Systemen im Unternehmensrechenzentrum implementiert. Alternativ dazu besteht die Option, eine Hosted Private Cloud zu nutzen. In diesem Fall stehen die Server und Speichersysteme bei einem Hosting-Partner. Der Nutzer hat jedoch exklusiven Zugriff auf diese Systeme, sprich er muss die Infrastruktur nicht mit anderen Kunden des Providers teilen.
Der größte Vorteil einer Private Cloud ist, dass ein Unternehmen die volle Kontrolle über die cloud schlossAnwendung, die Daten und die IT-Infrastruktur hat. Die Cloud-Umgebung kann somit auf die speziellen Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten werden. Denn Rücksichtnahme auf andere, externe Cloud-User erübrigt sich.
Dazu muss die IT-Abteilung sicherstellen, dass die Komponenten der Cloud reibungslos funktionieren. In einer Private Cloud kann es schwierig sein, die IT-Ressourcen entsprechend der tatsächlichen Nachfrage bereitzustellen. In vielen Fällen gestalten sich Private Clouds daher überdimensioniert.

Public Cloud

Die Cloud-Infrastruktur wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit kann sie von beliebigen Personen oder Unternehmen genutzt werden. Aufgrund der Nutzung durch eine anonyme Öffentlichkeit stellt sich natürlich verstärkt die Frage nach einer entsprechenden Beachtung von Datenschutz und Datensicherheit.

Public Cloud – Bedenken
Dennoch setzten laut der Studie von KPMG und Bitkom im Jahr 2014 nur 16 Prozent der Unternehmen in Deutschland Public Cloud Dienste ein. Weitere acht Prozent erwägen dies. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist die Angst, dass Geschäftsdaten verloren gehen oder in falsche Hände geraten könnten, wenn ein Public Cloud Service genutzt wird. Speziell in der EU gelten zudem verschärfte Datenschutzregeln, vor allem bei der Bearbeitung personenbezogener Informationen. Passiert bei einem Cloud-Services-Provider (CSP) eine Datenpanne, haftet auch der Nutzer von Cloud-Services.
Ob ein Unternehmen eine Geschäftssoftware via Public Cloud beziehen möchte, hängt nach Angaben der Beratungsgesellschaft Gartner von individuellen Faktoren ab. Etwa ob die Anwendung unternehmenskritisch ist, welche Compliance- und Datenschutzvorschriften für das Unternehmen gelten, über welche IT-Infrastruktur es verfügt und in welchen Regionen es tätig ist. Ebenso wie KPMG erwartet Gartner, dass vor allem Unternehmen außerhalb der USA verstärkt auf Private Cloud und „Managed“ beziehungsweise „Hosted“ Private Cloud Angebote setzen, wenn es um Software as a Service geht. Allerdings gibt es eine weitere Alternative, die die Private mit der Public Cloud vereint: die Hybrid Cloud.public cloud
Dienstleister ist gefragt
Anders bei IT-Diensten, die über eine Public Cloud bezogen werden. In diesem Fall stellt ein Service Provider die Geschäftsanwendungen bereit, meist über Internet-Verbindungen. Die Hard- und Software zum Betrieb der Applikationen wird im Cloud-Rechenzentrum vorgehalten, dessen IT-Ressourcen sich mehrere Anwender teilen. Ein wesentlicher Punkt ist die Mandantenfähigkeit der IT-Systeme beim Cloud Service Provider: Es muss sichergestellt sein, dass die Daten der Kunden strikt getrennt voneinander gespeichert, bearbeitet und übermittelt werden. Das wird beispielsweise mithilfe von Technologien wie der Virtualisierung erreicht.
Im Bereich Software as a Service bietet eine Public Cloud folgende Vorteile:
  • Kurze Implementierungszeiten: Der Nutzer ordert beispielsweise eine Applikation beim Provider oder direkt beim Konzern.
  • Entlastung der eigenen IT-Abteilung: Betrieb und Wartung der Hard- und Software übernimmt der Cloud-Services-Provider.
  • Flexibilität: Es gibt kein Software-Lizenzmodell alter Prägung mehr. Abgerechnet wird auf Basis von Subskriptionsmodellen oder der Anzahl der tatsächlich genutzten Transaktionen.
  • Skalierbarkeit nach „oben und unten“: Der Anwender kann die Zahl der genutzten Software-Instanzen an den aktuellen Bedarf anpassen.
  • Ein hohes Sicherheitsniveau: Cloud-Rechenzentren verfügen meist über bessere Sicherheitseinrichtungen sowie Backup- und Desaster-Recovery-Systeme als Firmen-Datacenter.

Community Cloud

Es werden Dienste von mehreren Unternehmen genutzt, die ihre verschiedenen sozusagen privaten Dienste gemeinschaftlich in Anspruch nehmen. Das Eigentum, Management und der Betrieb der Technik und Software liegt in den Händen eines Einzelnen, der Gemeinschaft, bei einem Dritten oder in Kombination. Ähnliches gilt für den Standort der eingesetzten Technik.

Community Cloud ist ein Konzept des Cloud-Computing. In einer Community Cloud schließen sich Unternehmen oder Organisationen der gleichen Branche zusammen und bilden aus ihren Private Clouds die Community Cloud, die dann nur den Mitgliedern der Community zugänglich sind. Solche Clouds bieten sich überall dort an, wo Unternehmen oder Organisationen gleiche Anforderungen und Aufgaben haben und die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Infrastruktur anstreben.

Der Vorteil solcher Clouds liegt in der Reduzierung des Kapazitätsbedarfs durch gemeinsame Benutzung von Ressourcen, in der Reduzierung des Overheads und der Kosten und der Vorbereitung zur Benutzung von anderen Cloud-Diensten. Außer der Infrastruktur können von den Community-Mitgliedern auch viele Anwendungsprogramme gemeinsam genutzt werden.

Hybrid Cloud

Die Infrastruktur der Cloud ist zusammengesetzt aus Diensten einer Privaten, Public und/oder Community Cloud. Dabei wird die Hardware und die Software unterschiedlich bezüglich der Eigentümer und der Art der Dienste genutzt.

Hybrid Cloud: Private und Public Cloud gehen Hand in Hand
hybrid cloudLaut einer Studie von IDC Deutschland erfreut sich das Hybrid Cloud Modell vor allem bei deutschen Unternehmen besonderer Beliebtheit. So nutzten im Jahr 2014 rund 15 Prozent eine Hybrid Cloud. Weitere 54 Prozent wollen bis Mitte 2016 ein solches Modell einführen. Damit sind Hybrid Clouds deutlich beliebter als Public Cloud Modelle.
Ein Hybrid-Ansatz lässt sich auf unterschiedliche Weise umsetzen. So bieten einige Systemhäuser und Service-Provider Hybrid Cloud Pakete an. Entsprechend den Vorgaben des Kunden wird im Unternehmensrechenzentrum eine Private Cloud aufgebaut, beispielsweise für die Bereitstellung von Business-Software, mit der geschäftskritische Daten bearbeitet werden. Andere IT-Services und Software-Lösungen werden via Public Cloud bezogen. Alternativ dazu kann ein Anwender in Eigenregie eine Private Cloud einrichten. Vor allem Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur virtualisieren, bevorzugen diesen Ansatz.
Ob eine Hybrid Cloud in Frage kommt, hängt jedoch stark von der vorhandenen IT-Infrastruktur im Unternehmen ab. Viele ältere Firmenrechenzentren lassen sich nur bedingt in eine „Cloud-Ready“-Struktur überführen. In diesem Fall ist es sinnvoll, externe Fachleute hinzuzuziehen, beispielsweise, wenn eine größere Business-Software im Rahmen einer Private Cloud implementiert werden sollen.

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